Villa Flora, Winterthur  
Villa Flora Winterthur
Sammlung Hahnloser
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8400 Winterthur
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Schweizer und französische Kunst von erlesener Qualität

Das Ehepaar Hedy und Arthur Hahnloser-Bühler hat zwischen 1907 und 1936 eine Sammlung mit Schweizer und französischer Kunst von aussergewöhnlicher Qualität aufgebaut. Ihre Stärke liegt in der Konzentration auf einen ausgewählten Kreis von Malern und Bildhauern, die zu den bedeutendsten Künstlern der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert zählen. Schwerpunkt bildet der Nachimpressionismus, insbesondere Künstler, die sich in ihrer Frühzeit «Nabis» nannten, und Maler, die zu der Gruppe der «Fauves» gehörten.

Die «Nabis», zu denen Pierre Bonnard, Maurice Denis, Kerr-Xavier Roussel, Félix Vallotton und Edouard Vuillard zählen, verstanden sich als Propheten einer neuen Malerei. Ihr gemeinsames Ziel war die Erneuerung der Kunst in Reaktion auf die an den Akademien gelehrte Imitation der Natur mit illusionistischen Mitteln. Die «Nabis»-Künstler liessen den Bildgegenstand in seiner Bedeutung hinter den rein bildnerischen Mitteln zurücktreten. Mit Linien, Flächen und Farben brachten sie die Wesenszüge der Dinge und ihre eigenen Emotionen zum Ausdruck.

Die 1905 an die Öffentlichkeit getretene Künstlergruppe der «Fauves», mit unter anderen Matisse, Marquet, Rouault und Manguin, liessen ihre Werke von der reinen, sinnlich leuchtenden Farbe leben, die in ihrer Flächenordnung den Ausdruck des Bildes bestimmt. Das Motiv interessierte die Künstler nicht so sehr in seiner Gegenständlichkeit, sondern mehr als Auslöser eines «choc», durch den die Inspiration zur Bildidee geweckt wurde.

Hedy und Arthur Hahnloser betteten die Werke dieser Künstler in das Umfeld der vorhergehenden Generation ein. Das Ehepaar war sich bewusst, dass sich die «Nabis» und die «Fauves» reiche Anregungen bei Gauguin, Cézanne und van Gogh geholt hatten, die als «Väter der Moderne» gelten. Besonders breiten Raum gewährten sie darüber hinaus Odilon Redon, den die «Nabis» als grosses Vorbild verehrten.

Ein wesentlicher Teil der Werke der ehemaligen Sammlung Hahnloser wurde durch Nachkommen des Sammlerpaares in die 1985 entstandene Hahnloser/Jaeggli Stiftung eingebracht. Bis zur Wiedereröffnung der Villa Flora etwa im Jahre 2022 sind diese Werke im → Kunstmuseum Bern zu sehen.


Vallotton, Félix-Edouard
La Blanche et la Noire, 1913
Öl auf Leinwand
Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur / Foto: Reto Pedrini



Gut zu wissen

Die Villa Flora ist der dritte Standort im Kunst Museum Winterthur, dem Verbund mit den Museen beim Stadthaus und Reinhart am Stadtgarten.

Die Villa wird ab Herbst 2018 umfassend renoviert und erweitert, weshalb bis zur Wiedereröffnung 2022 keine Ausstellungen gezeigt werden können. Die Werke der → Hahnloser/Jaeggli Stiftung sind vorübergehend im Kunstmuseum Bern zu sehen.

Der Trägerverein Flora organisiert Veranstaltungen, begleitet die Renovationsphase und wird die Aktivitäten der Villa Flora vor und nach der Wiedereröffnung ideell und finanziell tatkräftig unterstützen. Helfen Sie mit, werden Sie Mitglied.